FrauenKulturFahrt nach Gelnhausen am 9.6.2018

Auf den Spuren der Hexenverfolgung in Gelnhausen

In Gelnhausen gibt es bereits seit den 80er und 90er Jahren mehrere Orte im öffentlichen Raum, die an die Opfer der Hexenverfolgung erinnern: neben drei Gedenktafeln zwei Skulpturen: die 1986 enthüllte Skulptur „Die Rufende“ von Eva-Gesine Wegner vor dem Hexenturm sowie die 1999 vor dem Westportal der Marienkirche aufgestellte Skulptur „Angesichts Elisabeth Strupp“ von Fanna Kolarova (s. Foto). Wir werden mit einer Gästeführerin in die Zeit der frühen Neuzeit eintauchen und den Spuren der Verfolgten wie der Täter in der ehemaligen Reichsstadt Gelnhausen folgen.

Im April hat die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Marburg einen Antrag verabschiedet, der vorsieht, dass auch in Marburg – in der frühen Neuzeit Sitz des „Halsgerichts“ und damit Ort der Prozesse gegen vermeintliche Hexen und Hexer – die Opfer der Hexenverfolgung rehabilitiert werden und durch eine Gedenktafel an sie erinnert werden soll. FrauenKunstGeschichte ist in der Vorbereitungsgruppe, die ein umfangreiches Begleitprogramm für 2019/20 plant, und bietet diese Exkursion als Auftakt an.

Anmeldeformular: Gelnhausen-Fahrt

FrauenKunstGeschichte bei der Nacht der Kunst


Dieses Jahr möchten wir zur Nacht der Kunst am 22.6.2018 wieder einmal eine Dokumentation über eine bekannte Künstlerin zeigen:

Meret Oppenheim – eine Surrealistin auf eigenen Wegen
Mit ganz enorm wenig viel

Wo: Marburger Kunstverein, Büro im 1. Stock

Beginn: Jeweils um 18.00, 19.00 und 20.00 Uhr (Filmlänge 56 Min.)

Der Film entwirft ein lebendiges Portrait der Künstlerin. 1913 in Berlin geboren ging Meret Oppenheim mit 18 Jahren nach Paris, lernte die Surrealisten um André Breton, Alberto Giacometti, Marcel Duchamp und Max Ernst kennen, war Modell von May Ray und wurde mit 22 Jahren weltberühmt, als das New Yorker MOMA ihr Kunstwerk „Frühstück in Pelz“ kaufte, eine Ikone des Surrealismus. Eine Kaffeetasse und ein Löffel, beide mit Gazellenfell überzogen, stehen artig gedeckt auf einem Tisch. Angerichtet wie eine kleine Perversität. So war er, der Surrealismus der Meret Oppenheim: Ver-rückte Wirklichkeiten, demontierte Gewohnheiten, abgründiger Humor.

Wie kaum eine andere Künstlerpersönlichkeit hat Meret Oppenheim zeitlebens experimentiert, gesucht, verworfen und wieder völlig Neues in Angriff genommen. Sie hat gemalt, gezeichnet, Kleidung, Schmuck und Möbel entworfen, Objekte hergestellt oder konzipiert, Kostüme und Bühnenbilder geschaffen, ihre Träume aufgezeichnet und Gedichte verfasst. Ihre Phantasie konnte bizarr, fragmentarisch, erotisch oder ganz flüchtig sein. Das in großer Unabhängigkeit entwickelte Oeuvre umfasst mehr als 1500 Arbeiten, das sich auf keinen einheitlichen Nenner bringen lässt. Der Film erkundet dieses vielfältige Werk und lässt dabei wichtige Weggefährten, Kunstexpertinnen und – in zahlreichen Archivaufnahmen – Meret Oppenheim selbst zu Wort kommen.

Ein Film im Verleih der absolutMedien