Ein Tag für die Literatur 2017

 

7. Mai 2017: Lesung
„Erinnerungen“ der Malerin Annemarie Kirchner-Kruse

Die Malerin Annemarie Kirchner-Kruse (1889-1977), Tochter des Bildhauers Max Kruse und Stieftochter von Käthe Kruse, erlebte eine glückliche Berliner Kindheit, studierte bei Henri Matisse in Paris, war Mitglied der Künstlerkolonie Dachau und Gutshofverwalterin in Russland. Seit den frühen 20er Jahren lebte sie meist in Hessen: unter anderem als Zeichenlehrerin an der Odenwaldschule in Oberhambach, in Bad Homburg und Marburg. Ihre „Erinnerungen“ erzählen von ihrem bewegten Künstlerinnenleben. Biografische Informationen und Einblicke in ihr künstlerisches Werk ergänzen die Lesung.

Eine Veranstaltung des FrauenKunstGeschichte e.V. in Kooperation mit dem Marburger Kunstverein

Ort: Marburger Kunstverein, Gerhard-Jahn-Platz 5, 35037 Marburg

Zeit: 18 Uhr

Eintritt frei

 

 

 

Dieses Jahr: Demo zum Internationalen Frauentag

Demo mit Kundgebung – Internationaler Frauentag am 8. März

Zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März ruft ein breites Bündnis mit Vertretung aus der Universitätsstadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind stark.“ zu einer Kundgebung in Marburg auf.

Die Demonstration beginnt um 17.00 Uhr an dem Marburger Hauptbahnhof. Gegen 18.00 Uhr endet sie mit einer Kundgebung mit Musik auf dem Vorplatz des Erwin-Piscator-Hauses. Alle, die Gleichberechtigung anstreben und unsere Forderungen unterstützen, sind herzlich willkommen.

Auf dem Papier sind Frauen und Männer in Deutschland gleichberechtigt. Die Wirklichkeit sieht aber für sehr viele Frauen ganz anders aus. Besonders deutlich merken Frauen, dass sie noch erhebliche Nachteile haben, wenn sie einen Blick in ihre Geldbeutel werfen. Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich immer noch über 20 Prozent weniger als Männer. Wer weniger verdient, erhält auch weniger Rente. Deshalb ist Altersarmut weiblich. Und wer Kinder versorgt, die Hausarbeit macht und Angehörige pflegt, muss aufs ganze Leben gerechnet auf viel Geld und Aufstiegschancen verzichten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist immer noch unzureichend. Vor allem alleinerziehende Frauen spüren das besonders deutlich und leben mit ihren Kindern in unserem reichen Land sehr oft an der Armutsgrenze. Frauen wollen von ihrer Arbeit gut leben können und eigenständig abgesichert sein. Auch wenn sie beispielsweise in der Pflege, im Einzelhandel oder als Hebamme arbeiten. Sie wollen gleichberechtigt in Führungspositionen, Vorstandsetagen und politischen Ämtern vertreten sein.

Frauen wollen sich weder Zuhause noch im öffentlichen Raum mit Angst bewegen müssen. Sie wollen frei, selbstbestimmt und vor allem ohne Gewalt leben. Davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Jede dritte Frau sagt, dass sie bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt hat. Gewalt gegen Frauen darf nicht geduldet werden. Nicht gegen die eigene Ehefrau, nicht gegen Kolleginnen, nicht gegen geflüchtete Frauen und auch nicht gegen Frauen in der Prostitution. Es darf keine Ausnahmen geben.

Frauen wollen sich nicht in feste Rollen pressen lassen und frei entscheiden, wie sie leben wollen. Frauen sollten sich nicht vorschreiben lassen, wie sie sich zu kleiden haben. Das bestimmt jede Frau für sich selbst.

Wir sind viele, die so denken. Wir sind stark. Vor allem dann, wenn wir uns solidarisieren und uns gegenseitig stützen. Die Zeit ist reif, das auch öffentlich zu zeigen.

Text: Frauenbüro des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Gleichstellungsreferat Stadt Marburg, Gleichstellungsbeauftragte der Philipps-Universität

Hier kann das Plakat als PDF heruntergeladen werden.

Fahrt zur Ausstellung Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo

FrauenKunstGeschichte lädt ein:

FrauenKulturfahrt zur Ausstellung am 24.02.2017

Die Ausstellung beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. 150 Werke verdeutlichen, wie kontrovers Künstler und Künstler-innen der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film behandelten. Besonders die Künstler der Jahrhundertwende führten dem Publikum in ihren Werken überzogene Charaktereigenschaften der Geschlechter vor Augen oder untermauerten stereotype Rollenbilder, wie das der Tod und Untergang bringenden Frau. Im 20. Jahrhundert griffen Künstlerinnen und Künstler gängige Klischees vermehrt an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen.

Ausstellungsbesuch und Führung

Bei Interesse bitte melden unter info@frauenkunstgeschichte.de

Hier Informationen zur Ausstellung.

Ausstellung Einblicke

Fotoausstellung „Einblicke: Studierende engagieren sich“

Zurzeit ist diese Ausstellung im Bistro der Mensa zu sehen. Es werden anhand von Fotografien und kurzen Texten beispielhaft Initiativen und Vereine vorgestellt, in denen sich Studierende engagieren. Ob in sportlichen, sozialen, politischen, kulturellen oder vielen weiteren Bereichen – das studentische Engagement ist bunt und vielfältig!

Auch FrauenKunstGeschichte ist mit dem Künstlerinnen-Buch, an dem auch Studentinnen mitgearbeitet haben, vertreten.

Übrigens: Das Bistro ist im Tiefgeschoss, im Teil, der parallel zur Lahn liegt, und dort ganz am Ende! Es haben einige die Ausstellung nicht gefunden.

Buchbesprechung

Künstlerinnen an der Elisabethschule

Regina Neumann hat das Buch „Das andere Leben. Rückblick auf Marburger Künstlerinnen“ (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur, 105, Marburg 2015) gelesen und in ihrer Buchbesprechung den Blick besonders auf die ehemaligen Lehrerinnen und Schülerinnen der Elisabethschule gerichtet, die auch Künstlerinnen waren, bzw. später Künstlerinnen wurden. „Die Malerinnen, die vorgestellt werden, haben über kürzere oder längere Zeit in Marburg gelebt. Einige von ihnen waren Schülerinnen der Elisabethschule – wie Rosa Friess, Louisa Biland oder Hanna Korflür – oder wirkten hier als Lehrerinnen, wie Elisabeth Mann oder Gertrud Weber.“ Abschließend kommt sie zu dem Urteil:
„So bietet diese preiswerte Stadtschrift allen, die sich sozialgeschichtlich für den Weg der Frauen aus der Einbindung in enge bürgerliche Verhältnisse hin zu freier künstlerischer Betätigung in Marburg, also in einer kleinen Universitätsstadt, interessieren sowie für die, die gern etwas zu einzelnen Malerinnen erfahren möchten, reichlich Material – nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Anschauen.“

Die Rezension ist auf der Internetseite der Elisabethschule veröffentlicht

 

FrauenStadtspaziergang: Studentinnen, Dichterinnen, Malerinnen

Ein Spaziergang mit Ursula Schulze-Stampe und Irene Ewinkel

Termin: Sonntag, 23.10., 11.00 Uhr
Treffpunkt: Marburg, Alte Universität, Parkplatz
Dauer ca. 1.30 Std.
Teilnahmegebühr: 3 EUR

An unserem Treffpunkt an der alten Universität werden wir einige frühe Studentinnen, Lehrende sowie auf andere Weise mit der Universität Marburg verbundene Frauen vorstellen. In der Reitgasse erinnern wir an zwei Schriftstellerinnen der Romantik, die hier kurze Zeit lebten: Sophie Mereau-Brentano sowie Caroline Boehmer-Schlegel-Schelling. Auf dem Marktplatz stoppen wir an der Statue von Sophie von Brabant, der Tochter der heiliggesprochenen Landgräfin Elisabeth, die durch geschickte politische Züge das ludowingische Erbe für ihren Sohn Heinrich sicherte. Am ehemaligen Ausstellungshaus des Marburger Kunstvereins am Markt stehen einige Marburger Künstlerinnen vergangener Jahrzehnte im Mittelpunkt. Schließlich beenden wir den Spaziergang in der Wendelgasse 2, wo der Student Michail Wassiljewitsch Lomonossow während seiner Studienzeit lebte und 1740 die Tochter seiner Vermieterin Elisabeth-Christina Zülch heiratete, die ihm 1742 mit dem gemeinsamen Kind nach St. Petersburg folgte, wo er ab 1745 Prof. für Chemie war.